Soul - Discographie von Terry Callier
Wer in Jugendjahren Curtis Mayfield, Ramsey Lewis und Jerry Butler zu seinen Kumpels zählt, muss nicht zwangsläufig Karriere als Musiker machen wie die drei Genannten, aber er kann. Terry Callier jedenfalls tat es, wenn auch nicht so erfolgreich wie Mayfield & Co. was natürlich nichts über die Qualität von Calliers Schaffen aussagt.
Der 1945 geborene Sänger und Komponist machte erste musikalische Gehversuche als Singer/Songwriter in seiner Heimatstadt Chicago. 1964 schließlich wurde der Prestige-Produzent Sam Charters auf den jungen Callier aufmerksam und nahm ihn kurzerhand unter seine Fittiche. Das schon bald eingespielte Debüt-Album "The New Folk Sound Of Terry Callier" allerdings sollte erst vier Jahre später in die Läden kommen, da Charters zwischenzeitlich verschollen war, inklusive der Aufnahme-Bänder.
Anfang der 70er heuerte Terry Callier unter der Regie von Producer Charles Stepney (u.a. Minnie Riperton, Earth, Wind & Fire) bei Cadet an und veröffentlichte auf diesem Label bis 1975 drei ausgezeichnete Alben; "What Colour Is Love?" sehe ich dabei als Meilenstein (nicht nur) der Soul Music. Nach dem Vertragsende bei Cadet kam Terry Callier bei Elektra unter Vertrag, aus dieser Zusammenarbeit gingen die eher lauen Alben "Fire On Ice" und "Turn You To Love" hervor.
Danach wurde es lange Zeit ruhig um Terry Callier, der sich ganz der Erziehung seiner Tochter widmete mit geregeltem Einkommen als Programmierer. Und hätten nicht eines Tages Kids in den Londoner Clubs die frühen Aufnahmen des Ausnahme-Sängers und -komponisten wiederentdeckt, hätte es das sensationelle "Comeback"-Album "Timepeace" 1998 auf dem Talkin' Loud-Label von Gilles Peterson wohl nie gegeben.
Besonders mag ich Terry Callier für seine einnehmende Art; seinem eindringlichen, wundervollen Gesang, der zerbrechlich wie kraftvoll durch die Songs trägt, kann ich mich nicht entziehen. Ob leise, nur zu Gitarre vorgetragen oder ob opulent orchestriert, der Mann versteht es, Intimität herzustellen, er zwingt mich auf eine angenehme Art zum Zuhören. Calliers Musik eignet sich für mich nicht fürs "mal-eben-nebenbei-hören."
Die Discografie enthält auch das "1969-71"-Best Of "First Light", die 2000 im Zuge des Terry Callier-Revivals veröffentlichte "Parallel-Platte" zum Debüt "Live At Mother Blues 1964" sowie die durchaus hörenswerte Remix-Compilation "Total Recall".