Soul - Discographie von den Ohio Players
Zu meinen besonders bevorzugten Funk & Soul-Acts zählen die Ohio Players. Bereits Ende der 50-er Jahre gründeten Leroy "Sugarfoot" Bonner, Clarence "Satch" Satchell und Marshall Jones diese Formation, die zunächst als Backing-Band für die Falcons arbeitete. Später stießen u.a. Billy Beck (der auch bei etlichen Roger Troutman-Werken mitwirkte) und für kurze Zeit Anfang der 70-er Jahre Walter "Junie" Morrison (der später treibende Kraft bei einer Reihe George Clinton-Produktionen war und mit einigen aufregenden Solo-LPs glänzte).
Die Ohio Players haben früh ihren eigenen, unververkennbaren Stil entwickelt. Kraftvolle Funk-Tracks, in denen sich Rockeinflüsse ebenso niederschlagen wie P-Funk-Anleihen, stehen im Kontrast zu den vorzüglichen Soul-Nummern. Gerade letztere leben von dem phantastischen Gesang Sugarfoots, dessen mitreißende Stimm-"Akrobatik" Musiker wie Larry Dodson (Bar-Kays) und Larry Blackmon (Cameo) unüberhörbar geprägt hat.
Bis Ende der 70-er Jahre produzierte die Band in rasantem Tempo ausgezeichnete bis passable Tonträger, dann jedoch machte sich ein deutlicher Substanzverlust bemerkbar, der mit dem von Pop-Barden Richard "Dimples" Fields produzierten "Ouch!" seinen negativen Höhepunkt fand. Umso überraschender die imposante "Rückkehr" der Ohio Players 1988 mit dem Überflieger "Back", eines der besten Funk & Soul-Werke der "Nachsiebziger-Ära" überhaupt, wie ich finde.
Gewissermaßen Markenzeichen der Ohio Players und steter Kritikpunkt an der Band war die Cover-Gestaltung. Zu Westbound-Zeiten zeigten die Klappcover S/M-Phantasien, mit dem Wechsel zu Mercury änderten sich auch die Darstellungen auf den Covern hin zu mehr oder weniger niveauvoller "Playboy"-Ästhetik.