Soul - Discographie von Johnny Guitar Watson
Wer jemals das Vergnügen hatte, Johnny "Guitar" Watson auf (und hinter) der Bühne zu erleben, bekam einen speziellen Eindruck von "Coolness". Der gebürtige Texaner zeigte diese gewisse Lässigkeit, eine besondere Art Gelassenheit in Kombination mit etwas Schelmischem, und nicht zuletzt auch der Gabe, sich selbst nicht immer allzu ernst zu nehmen. Ob nun zur Schau getragenes Image oder wahres Naturell? Ich denke, eher letzteres. Ist aber auch egal, Johnny "Guitar" Watsons Musik jedenfalls ist für mich über alle Zweifel erhaben.
1953 bereits spielte er, damals noch am Piano als "Young" John Watson, erste Aufnahmen ein. Kurze Zeit später kam der Wechsel zur Gitarre und 1958 schließlich das erste Soloalbum, betitelt "Gangster Of Love", das bei Kritikern und Publikum gleichermaßen Anklang fand.
In den 60er Jahren folgten sechs weitere Alben, eines interessanterweise mit "Blues Soul" tituliert. Denn dieser Titel gibt in etwa die musikalische Richtung an, in die Johnny "Guitar" Watson mit Beginn der 70er Jahre marschierte.
Das 73er Werk "Listen" steht am Anfang einer Reihe exzellenter, sehr blues-getränkter Soul-Alben mit brillanten Horn & String-Arrangements und Watsons prägnantem Gesang sowie seinem typischen, kristallkaren Sound. "Ain't That A Bitch" und "A Real Mother" sind für mich gar Soul-Evergreens, die in keiner Sammlung fehlen sollten!
Ende der 80er wurde es auch um Johnny "Guitar" Watson ruhiger. Die "Black Music" der Altvordern wurde nun endgültig abgelöst vom HipHop und auch von der wenig später aufkommenden Neo Soul-Bewegung. Das Jahr 1994 jedoch läutete mit "Bow Wow" ein Johnny "Guitar" Watson-Revival ein das Album erhielt eine Grammy-Nomierung, unsinnigerweise in der Sparte "Blues"... Welche Perlen dieses Revival wohl noch hervorgebracht hätte, wäre der "Gangster Of Love" nicht während einer Japan-Tournee 1996 verstorben?
Ich habe der Discographie auch die beiden Watsonian Institute-Alben angefügt, beide maßgeblich von Johnny "Guitar" Watson geprägt. Wer auf "gehaltvollem" Funk mit satten Hörnern und treibendem Groove steht, kommt zumindest an "Master Funk" nicht vorbei.