Soul - Discographie von den Isley Brothers
Wenn es eine Formation gibt, die lange im Geschäft ist, dann sind es die Isley Brothers. Mitte der 50-er Jahre begannen die Isleys als Teenager ihre Gesangskarriere, 1959 veröffentlichten O’Kelly, Rudolph und Lead-Singer Ronald Isley mit „Shout” ihre erste Hit-Single. 1962 folgte mit „Twist And Shout” ein weiterer Chart-Breaker.
Zwei Jahre später hoben die Isleys genervt von den Vorgaben ihrer damaligen Plattenfirmen mit T-Neck Records ihr eigenes Label aus der Taufe. Bandmitglied damals war der zu der Zeit noch unbekannte Jimi Hendrix, dessen Einfluss auf die Isley Brothers unbestritten ist. Die erste Single auf T-Neck Records, „Testify” allerdings floppte, sodass das 1964 eingespielte Material erst Jahre später unter dem Album-Titel „In The Beginning” erschien.
Nach der anfänglichen Pleite mit ihrem eigenen Label gingen die drei Brüder zu Motown, hatten auch einige Hits wie „This Old Heart Of Mine”. Jedoch wurden die übliche Motown-Nummern der Marke Holland/ Dozier den Möglichkeiten der Band überhaupt nicht gerecht.
1969 schließlich kam es zur Wiederbelebung von T-Neck Records, zudem stießen die Brüder Ernie und Marvin sowie Cousin Chris Jasper zu den Isley Brothers und fortan entwickelte das Sextett seinen eigenen, unverkennbaren Stil. Rauhe, rockige Funk-Kracher wie „Fight The Power” auf der einen, grandiose und unwiderstehliche Balladen wie „Lover’s Eve” auf der anderen Seite wurden zum Markenzeichen der Band.
Bis Anfang der 80-er Jahre produzierten die Isley Brothers eine Reihe erstklassiger Alben. Mit dem Ausscheiden von Ernie und Marvin Isley und Chris Jasper jedoch, die 1984 unter dem Bandnamen „Isley Jasper Isley” durchaus erfolgreich eigene Wege gingen, machte sich eine gewisse Orientierungslosigkeit breit. Die Alben, die den „Greatest Hits Vol. 1” in den 80-ern folgten, gehören nicht zu den Glanzlichtern der Band die nach dem Tod von O’Kelly Isley 1986 ohnehin mehr ein Soloprojekt Ronald Isleys gewesen ist.
Erst mit Rückkehr von Ernie und Marvin Isley1992 konnten die Isley Brothers wieder an alte Klasse anknüpfen. Wunderbare Songs, der immer noch unter die Haut gehende Gesang Ronald Isleys, Ernie Isleys unverkennbares Gitarrenspiel und nicht zuletzt die gelungenen Sound-Tüfteleien von Producerin Angela Winbush heben für mich die ”Nach-80-er”-Isley Brothers-Produktionen deutlich aus der Masse jüngerer Soul- und R&B-Werke hervor.