GENE PAGE
ist einer der unbekanntesten Bekannten im Funk & Soul-Bereich, schätze ich. Wer weiß zum Beispiel, dass Gene Page auf etlichen Barry White-Scheiben die musikalische Leitung inne hatte? Dass er bei zahlreichen Produktionen weiterer Interpreten für die Streicher-Arrangements verantwortlich gewesen ist? Darüber hinaus hat Gene Page auch einige Solo-LPs veröffentlicht, u.a. "Close Encounters", ein wahrhaftes Phillysound-Meisterwerk!
Sep 1998
WILLIE HUTCH
hat größeren Bekanntheitsgrad dank seiner Soundtracks "The Mack" und "Foxy Brown" erlangt. Andere Produktionen allerdings haben weniger Beachtung gefunden, zumindest im Falle von "Havin' A House Party" völlig zu unrecht, wie ich finde.
Sep 1998
MASTERFLEET
war eine Westcoast-Band, die zu einer Zeit gegründet wurde, als die so genannte Woodstock-Generation sich aufmachte, die Welt umzukrempeln... Auf "High On The Sea" glänzen sie mit einer vielschichtigen Soul-Mixtur, in der sich z.B. treibender Funk genauso wiederfindet wie Musicalelemente und psychedelisch angehauchte Songs.
Sep 1998
BIGHTER SIDE OF DARKNESS
war eine Formation, die möglicherweise von ihrer Plattenfirma 20th Century als "Antwort" auf die ziemlich erfolgreichen Jackson 5 ins Rennen geschickt wurde. Der Unterschied zu dem Schaffen der berühmten Jackson-Brüder zu der Zeit ist vor allem der wesentlich opulentere, weitaus weniger Pop-lastige Sound.
Aug 1999
RICHIE HAVENS
ist ich weiß, ich weiß nicht sooo der Soul-Vokalist. Was soll's; die Leidenschaft und Ausdruckskraft, mit der Richie Havens Songs vorträgt, verdienen alle Male eine Erwähnung (nicht nur) auf dieser website man denke nur an "Freedom", der "inoffiziellen" Woodstock-Hymne! "Mixed Bag" erschien 1968 und enthält u.a. die wunderbaren Stücke "Sandy" und "San Francisco Bay Blues".
Aug 1999
CAROLE KING
mag man möglicherweise ebenso wie Richie Havens nicht auf Anhieb der Sparte "Soul" zuordnen. Aber ihr habt es längst gemerkt: Was interessieren mich starre Kategorien?! Carole Kings frühe Werke jedenfalls haben für mich sehr viel "Seele", und Songs wie "You've Got A Friend" oder "A Natural Woman" dürfen aufgrund der Interpretationen von Donny Hathaway respektive Aretha Franklin getrost als Soulklassiker gesehen werden. Auf ihrer dritten LP "Music" schließt Carole King nahtlos an diese Songs an.
Aug 1999
DICK SMITH
war Background-Sänger bei diversen Roger Troutmann-Produktionen (Zapp, Shirley Murdock, Roger), und die Erwähnung von Dick Smith an dieser Stelle ist auch eine Verneigung vor dem Funk & Soul-Titan Roger Troutman, der wohl einem Crack-Rausch seines Bruders Larry zum Opfer fiel. Er hat das kraftvolle Album "Initial Thrust" produziert, auf dem Dick Smith u.a. Rock-Klassikern wie "Tobacco Road", "Sunny" und "The Long And Winding Road" neues Leben einhaucht.
Jul 2000
SURFACE
waren kurze Zeit aktiv, und zwar in einer Phase (1986 bis 1990), als die so genannte "Black Music" doch eher in einem Formtief steckte, beispielsweise eine vormals ansprechende Band wie Atlantic Starr nur noch Langeweile produzierte. Und auch bei Surface war längst nicht alles Gold; die schwülstigen, schmachtenden Balladen des Trios (wie auf Seite 1 des hier gezeigten Debut-Albums) jedoch zählen für mich zu den absoluten Soul-Highlights jener Zeit.
Jul 2000
TONY TONI TONÉ
sind für mich die Spitzenkandidaten, wenn es darum geht, die aufregendste Soul-Formation der 90er zu benennen. Auf vier Alben hat es das Trio gebracht, dabei sind das 96er-Werk "House Of Music" und besonders die 93er-Produktion "Sons Of Soul" überragend. Welche Band wagt es zum Beispiel denn in Zeiten von Fastfood-Radio noch, eine Ballade über zehn Minuten auszubreiten?
Jul 2000
L.T.D.
steht für Love, Togetherness, Devotion, einer zunächst typischen 70er Jahre Funk & Soul-Band. Auf dem hier gezeigten Debut überzeugt die Formation noch mit Wechselgesang von Celeste Cole und Jeffrey Osborne und spannenden Arrangements; schon auf dem zweiten Werk "Gittin' Down" war Sängerin Celeste Cole nicht mehr dabei, und L.T.D. wurden von Platte zu Platte Pop-lastiger, hatten aber stets respektable Balladen und krachende Dancefloor-Filler wie "One On One" im Repertoire.
Aug 2001
SYREETA
hatte 1967 mit "I Can't Give Back The Love I Feel For You" eine erste durchaus erfolgreiche Single am Start. Aber erst die Liaison mit Steve Wonder (beide heirateten 1970) brachte ihr internationale Aufmerksamkeit. 1972 erschien Syreetas Debut, das eine Reihe exzellenter Stevie Wonder-Kompositionen enthält, die wie gemacht sind für Syreetas unter die Haut gehenden Sangeskünste. Welch perfekte (musikalische) Verbindung Syreeta und Stevie Wonder lebten, zeigte nicht nur das Folgewerk "Stevie Wonder Presents Syreeta", sondern auch die wenig überzeugenden "Nicht-Wonder"-Alben Syreetas wie besonders das äußerst schwache Duett mit G.C. Cameron.
Aug 2001
MARVIN GAYE
näher vorzustellen hieße, Coca Cola nach Amerika zu verkaufen. Der Mann ist Soul-Legende und hat mit dem 1971 erschienenen Werk "What's Going On" Musikgeschichte geschrieben. Weitaus weniger bekannt, für mich aber immer noch die beste Gaye-Produktion nach o.g. ist das Album "In Our Lifetime". BTW: Jüngst (Frühjahr 2003) ist "Marvin Gaye Live In Montreux 1980" als DVD und CD erschienen - absolut hörens- und sehenswert!
Aug 2003
MARTINE GIRAULT
begann ihre Karriere als Musicalsängerin am New Yorker Broadway. Die Zusammenarbeit mit Komponist, Musiker und Produzent Ray Hayden brachte mit "Revival" und "S.O.U.L." zwei Alben hervor, von denen mir besonders letzteres ungetrübten Hörgenuss bereitet.
Aug 2003
WOODY CUNNINGHAM
war Mitglied der Funk-Band Kleeer, die von 1979 bis 1985 sieben zum Teil vorzügliche Alben produziert hat. 1998 schließlich überraschte Woody Cunningham mit dem, wie ich finde, überragendem Solo-Werk "Never Say Never", das u.a. den Kleeer-Klassiker "Tonite" in fulminanter Neufassung enthält. 2000 folgte mit "Universal Love" ein weiteres respektables Album Cunninghams.
Aug 2003
GEORGE DUKE
hat einen Sack voll eigener Tonträger veröffentlicht sowie ungezählten Produktionen anderer Interpreten seinen Stempel aufgedrückt. Ursprünglich aus dem Jazz kommend, umfasst das Duke'sche Schaffen seit Mitte der 70er immer mehr auch Soul-, Funk- und Rockelemente gern auch als "Fusion-Jazz" tituliert. "A Brazlian Love Affair" ist für alle Zeiten mein LIeblings-Album von Mister Duke: Soul der Marke sonnenverwöhnt, sambageschwängert, serotoninfördernd... genug geschwafelt, hört's euch selbst an!
Okt 2003
KOOL & THE GANG
gehören zweifelsohne zu den bekanntesten Soul & Funk-Combos wenn auch die frühen Werke zumindest hierzulande nie den Bekanntheitsgrad von späteren Hit-Platten wie "Ladies Night" oder "Celebrate!" hatten. Dabei sind gerade die Anfangswerke wahre Kleinode, randvoll mit prickelnden und betörenden Tunes. Stellvertretend für diese Phase steht das hier gezeigte Album "Light Of Worlds", das u.a. die dutzendfach gesamplete, immergrüne Kool-Hymne "Summer Madness" enthält.
Okt 2003
ANGIE STONE
sagt über ihre Musik: „Was ich mache, ist elementarer Soul frei von Rüschen!” So auch auf ihrem zweiten Album „Mahogany Soul”, mit dem Angie Stone ihrem Debüt „Black Diamond” einen Meilenstein der so genannten Neo Soul-Bewegung folgen ließ. Kolleginnen wie Macy Gray, Jill Scott oder auch Erykah Badu haben Mühe, da ranzureichen, wie ich finde.
Jan 2005
MAXWELL
ist ein weiterer Vertreter der Neo Soul-Szene. Mitte der 90-er Jahre heimste der damals 23-Jährige mit dem hier gezeigten Debüt-Album überschwängliche Kritiken ein. Völlig zurecht, denn "Maxwell's Urban Hang Suite" ist ein außergewöhnlich gutes, zeitloses Werk, das einem auch nach dem x-ten Hören den einen oder anderen Schauer über den Rücken jagt.
Jan 2005
BIG ADVICE
haben mit "Love Shines" ein sensationelles Funk-Album veröffentlicht, das getrost als Meilenstein dieses Genres der (wenigstens) letzten zehn Jahre gesehen werden kann. Und deswegen kann ich gar nicht anders, als es hier vorzustellen. Mindestens elf der zwölf Songs sind schlichtweg brillant und mit dem Titelstück haben Big Advice eine Ballade im Repertoire, die mir über Wochen und Monate nicht aus dem Kopf gegangen ist ... Gott sei Dank!
Jan 2006
EARTH, WIND & FIRE
gehören zu den erfolgreichsten Funk & Soul-Acts im Business. Welch andere Formation kann eine solche Fülle an Hits vorweisen, wie die Mannen um Philip Bailey und die Gebrüder White? Von 1971 bis 1983 haben Earth, Wind & Wind Album auf Album vorgelegt, dann ließ die Schlagzahl nach, leider auch die Qualität der Werke. Mit der aktuellen Produktion allerdings hat die Band ein wahres Meisterwerk aus dem Ärmel geschüttelt. Gerade die Schar der Produzenten respektive Gastmusiker verdirbt nicht etwa den Brei, sondern zeigt sich als sehr belebendes Element für Earth, Wind & Fires Tonschöpfungen.
Jan 2006
OMAR
zählte zu den Protagonisten des Talk Loud-Labels und landete gleich mit seiner ersten Single "There's Nothing Like This" 1991 einen Smash-Hit. Dem gleichnamigen Debut-Album folgten bis 2000 weitere vier Longplayer, danach dauerte es sechs Jahre, bis sich Omar mit "Sing (If You Want It)" eindrucksvoll zurückmeldete. Eine vielschichtige, spannungsreiche Produktion, u.a. mit den Gastmusikern Angie Stone und Stevie Wonder. Contemporary Soulmusic at it's best!
Feb. 2007
ARRESTED DEVELOPMENT
waren mit ihrer Veröffentlichung "Since The Last Time" für mich die größte Überraschung 2006. Mit ihrem Erstling "3 Years, 5 Months & 2 Days in the Life Of...." waren Speech & Co Shooting-Stars des 1992, wurden u.a. mit einem Grammy für das beste HipHop-Album ausgezeichnet. Mit stupiden Gansta-Rap und billiger Pimp-Attitüde allerdings hatten und haben Arrested Development nichts am Hut. Im Gegenteil: Die Botschaft heißt Love Peace & Happiness. Und diese Botschaft findet auf dem 2006er Werk ihre eindrucksvolle musikalische Umsetzung: bunt, ausgelassen, einnehmend, inspirierend, voller Wärme.
Feb. 2007
FRIENDS OF DISTINCTION
brachten es in drei Jahren auf fünf Longplayer. Zu den Mitgliedern dieser Westcoast-Formation zählte Jessica Cleaves, deren Gesang ich sehr schätze. Nach einem Gastspiel für zwei LPs bei Earth, Wind & Fire Anfang der 70er Jahre wurde sie Teil des P-Funk-Universums George Clintons (Soloaufnahmen von ihr finden sich auf GCs Familiy Series). Auf dem hier gezeigten Debüt-Album der Friends Of Distinction macht sie mich vor allem mit dem Song "I Really Hope You Do" porös. Einfach großartig!
Feb. 2007
LIV WARFIELD
macht mich fertig! Eine, wie ich finde, so unfassbar gute CD ... Das Debüt der Sängerin ist randvoll mit unwiderstehlicher Song, angefangen vom Titelstück "Embrace Me" bis hin zum sensationellen, live eingespielten "Brotha Man". Ausdrucksstarker, scheinbar spielend leicht jedes Temperament umfassender Gesang unterlegt mit klasse produzierten welche Soul-Act duldet schon eine Solo-Gitarre an seiner Seite! classicfunkcontemporarysoul-Gemisch. Das schreit nach Zugabe: I want more, Liv!
Okt. 2008
YAHZARAH
glänzte nach dem schon ansprechenden Erstling "Hear Me" (2002) ein Jahr später mit dem Longplayer "Blackstar". Leider aber war es damit offensichtlich auch vorbei mit der Karriere dieser talentierten Sängerin. Ein Schuss HipHop, ordentlich R'n'B und reichlich zuckersüßer, Streicher-durchfluteter Soul sind die Basis, auf der Yahzarah ihr großes Talent ausbreitet. Überragend: "Love Is You" sowie "Blackstar", das gar dem Balladengott Prince zu Ehren gereicht.
Okt. 2008
DON-E
gelang 1992 mit der Single "Love Makes The World Go Round" der Sprung in die britischen Charts. Auch das hier gezeigten nachfolgendem Debüt-Album kam zu einiger Beachtung, dennoch blieb Don-E größeter Erfolg verwehrt. Völlig zu unrecht, wie ich finde, denn "Unbreakable" ist ein äußerst gelungenes Album mit klasse Songs und einem sehr einfühlsamen Don-E.
Feb 2010
MEECO
hat das Unglaubliche geschafft, nach all den Jahren, die ich Musik höre, ein Album zu produzieren, das für mich nach nur einmaligen Hören zu den Kandidaten zählt, die ich mit auf die viel zitierte einsame Insel nehmen würde. Mit einer Reihe exquisiter Musiker wie Ron Carter, David Friedman, Hubert Laws und besonders den Vokalisten Eva Wentura, Olvido Ruiz Castellanos, Eloisa und Rolando Faria hat der deutsch-französische Komponist und Produzent Meeco dieses zauberhafte Soul-Jazz-Lounge-Album eingespielt. Vom Feinsten!
Feb 2010
SOULOUNGE
beantworten die Frage "Soul made in Germany geht das?" unmissverständlich mit "Ja, natürlich!". Das Konzept: Eine feste Backing-Band spielt mit wechselnden Instrumental- und Vokal-Gästen, live und auf Tonträger. Das Ergebnis: Großartige Konzerte und nicht minder großartige Alben wie das hier gezeigte Debüt-Werk "Say It All".
Feb 2010
CORINNE BAILEY RAE
begeistert mich mit ihrer wundervollen Stimme, ihren gefühlvollen Songs. Das Debüt beinhaltet elf Lieder, die fast ausnahmslos Hit-Charakter haben und besonders durch ihre "Natürlichkeit" bestechen. Kein aufgesetzter Schnick-Schnack, sondern Soul-Pop in Reinkultur.
Feb 2010