Soul - Discographie von Curtis Mayfield
Wie so viele Künstler machte auch Curtis Mayfield in jungen Jahren erste musikalische Gehversuche in Gospel-Formationen. Dabei kreuzte der spätere Hit-Komponist und Sänger Jerry Butler seinen Weg, mit dem Curtis Mayfield Mitte der 50er Jahre die Formation Roosters gründete, aus denen wenige Jahre später die Impressions hervorgingen. Über zehn Jahre produzierte die Gruppe eine Reihe Hits. Dabei war es Curtis Mayfield, der mit Songs wie "Keep On Pushing" oder dem Evergreen "People Get Ready" die üblichen Pfade mehr oder weniger belangloser Liebeslyrik verließ und politisches Ansinnen in den Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens stellte.
Eine Intention, die der 1942 geborene Sänger mit seiner 1970 startenden Solokarriere noch intensivierte. Schon das fulminanten Debüt "Curtis" beeindruckt mit großem Selbstbewusstsein. Musikalisch mit zum Teil ausladenden Songs, langen instrumentalen Passagen, sehr perkussiv und nicht zuletzt mit dem Gespür für großartiger Hooklines; so gehört beispielsweise "Move On Up" bis heute zum Standardrepertoire eines jeden halbwegs guten Clubs. Und auch die Lyrics zeugen von Stärke, von Selbstvertrauen. Dabei stehen die kämpferischen, anklagenden Texte zur Emanzipation der afroamerikanischen Gemeinschaft oft im Widerspruch zu dem eher süßlich-verträumten Gesang Mayfields, dem so gar nichts Rebellisches anhaftet.
Selbstbewusstsein demonstrierte Curtis Mayfield auch auf geschäftlicher Ebene. Mit Start seiner Solokarriere hob mit Curtom Records sein eigenes Label aus der Taufe, machte sich somit frei von den üblichen Mechanismen des Business, die in der Regel Künstlerin in fortwährender Abhängigkeit von Plattenfirmen und Managements hielten. Curtis Mayfield machte sein eigenes Ding, ein vielfach und in unzähligen Songs bis heute ausgesprochene Forderung innerhalb der Black Community, und er galt deswegen auf Künstlerseite neben James Brown auch als prominenteste Leitfigur der Black Pride-Bewegung, die Mitte der 60-er Jahre ihren Anfang nahm.
Zu Ende der 70-er Jahre verloren Mayfields Alben etwas vom Biss früherer Alben; und einem uninspirierten Anbiedern mit dem Werk "Do It All Night" an den Disco-Zeitgeist hätte sich Curtis Mayfield gar ganz versagen sollen. Über welch überragendes Talent er dennoch bis ins gesetztere Alter verfügte, bewies das letzte Album "New World Order", das 1996 erschien sechs Jahre nach einem Unfall, aufgrund dessen er vom Hals ab gelähmt war. Curtis Mayfield verstarb Weihnachten 1999.